Wer will kann helfen, wer nicht will muss


Die meisten haben zum Erwerb des Führerscheins einen Kurs in Erster Hilfe gemacht. Bei vielen liegt er dann aber auch Jahre zurück und das Erlernte gerät in Vergessenheit.

Nun in die Verlegenheit zu kommen helfen zu müssen und nicht zu wissen wie, stellt eine schwierige Situation dar. Die Angst davor zu nehmen und praktische Kenntnisse zur Auffrischung zu vermitteln war das Anliegen des jüngsten Stammtischs der CDU Bischofsheim. Drei Stunden lang erklärte und zeigte Rolf Wedel vom DRK Ortsverband Mainspitze den anwesenden Bürgern die wichtigsten Grundlagen.

Er betonte, der einzige Fehler sei nicht zu helfen. Schlechter machen könne man es für den Betroffenen ohnehin nicht, sodass seine Chancen in jedem Falle stiegen. Man solle daher Mut haben und helfen. Der Rettungsdienst könne den Ersthelfer nicht ersetzen, da dieser den Minuten nicht erfolgter Hilfe hinterherrennen müsse.

Beginnen sollte man immer mit einer Ansprache des Betroffenen, um zu prüfen, ob dieser noch Reaktionen zeige. Bevor die eigenen Rettungsmaßnahmen begonnen würden, sollte unbedingt ein Notruf abgesetzt werden, um professionelle Hilfe anzufordern. Hierbei seien die relevanten Informationen „Wo“, „Was“, „Wieviel Beteiligte“ und „Welche Verletzung“ mitzuteilen. Umstehende Dritte sollten mit klaren Aufträgen in die Rettung einbezogen werden. Bei Verkehrsunfällen dürfe zusätzlich das Anlegen von Warnwesten (gesetzlich vorgeschrieben seit 01.07.) und das Aufstellen des Warndreiecks (innerorts mindestens 50 Meter, auf Autobahnen mindestens 100 Meter entfernt) nicht vergessen werden.

Bei praktischen Übungen konnten die Teilnehmer dann die wichtigsten Aspekte des Erklärten ausprobieren, von der stabilen Seitenlage bis zur Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Zuletzt gab er wertvolle Hinweise zur Erkennung von Schlaganfällen und Herzinfarkten. Auch wenn sich deren Symptome nach einiger Zeit nicht mehr zeigen würden, sei es unerlässlich den Rettungsdienst zu rufen.

Die CDU-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz, die den Kurs organisiert hatte, dankte Wedel für die guten Ausführungen und zeigte sich erfreut über das große Interesse der Anwesenden. Sie kündigte an prüfen zu wollen, ob eine Wiederholung in größerem Rahmen, dann über zwei Tage, möglich sei.