Digitaler Frontalunterricht

 

Mächtig stolz ist die Bürgermeisterin auf die neue Homepage der Gemeinde. Bunt, modern mit Mehrwert für den Nutzer, so stellt man sie sich vor. Leider werden diese Erwartungen größtenteils nicht erfüllt.

Von den oben genannten Punkten kann leider nur „bunt“ bestätigt werden.

Die Homepage mutet an, als wäre sie bereits zehn Jahre alt. Die Möglichkeiten zur Interaktion beschränken sich auf den Versand von E-Mails an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung. Formulare, die man online ausfüllen und der Gemeinde zukommen lassen könnte, gibt es nicht. Sich online bewerben ist ebenfalls nicht möglich.

Besucht man die Website mit einem Smartphone gibt es keine Möglichkeit, direkt telefonischen Kontakt aufzunehmen. Der Nutzer muss sich die Nummer merken und diese händisch eintippen. Modern sieht wahrlich anders aus.

Ein Ratsinformationssystem sucht man nach wie vor vergebens. Angeblich soll dies im Januar oder Februar nachgeliefert werden. Man darf gespannt sein, ob es, in welcher Qualität, und wann tatsächlich kommen wird.

Besonders ärgerlich ist, dass die Website nicht behindertengerecht ist. Es ist keine leichte Sprache vorhanden und oftmals sind gesetzliche Kriterien nicht eingehalten, die beispielsweise Menschen mit Sehbehinderung den Zugang ermöglichen sollen.

Die Erstellung einer neuen Homepage steht seit wenigstens fünf Jahren im Haushalt und wurde mit 15.000 € veranschlagt. Man kann nur mutmaßen, was es nun gekostet hat, aber unbefriedigend ist das Ergebnis allemal und kein Anlass sich öffentlich feiern zu lassen.