Andrang beim Neujahrsempfang

Mit dem Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier durften die Bischofsheimer CDU und ihr Bürgermeisterkandidat Ingo Kalweit einen prominenten Gast zu ihrem Neujahrsempfang begrüßen. Entsprechend groß war der Andrang im Vereinsheim der SV07 und beständig mussten mehr Stühle für die über 150 Gäste herbeigeschafft werden, bevor der Abend von der Ortsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Sabine Bächle-Scholz und 20 Sternsingern eröffnet wurde.

Bouffier belohnte das Interesse mit einer beeindruckenden Rede, in der er sich als hervorragend auf die Verhältnisse in Bischofsheim vorbereitet präsentierte. Neben den lokalen Themen schlug er den großen Bogen. Er lobte das Ehrenamt, bei dem wenige anpacken, aber viele Leistungen erwarten. Über den Landeshaushalt konnte er nicht ohne Stolz verkünden, dass dieser zum ersten Mal ausgeglichen sei und in den kommenden Jahren bleiben werde. Ab 2019 könne die Schuldentilgung beginnen. Zu Europa mahnte er, dass Deutschland wie eine Insel sei. Während die Lage in vielen Ländern um uns herum sehr angespannt sei, ginge es der Bundesrepublik hervorragend. Hieran gelte es weiterzuarbeiten und dies mit den Nachbarstaaten, denn unsere exportorientierte Wirtschaft brauche diese. Er lobte die Videoüberwachung in Hessen, die die Innere Sicherheit erhöhe und unverzichtbar sei. Selbst wenn damit nicht immer Taten verhindern werden könnten, sei sie für die Ermittlung der Täter unverzichtbar. Eine klare Absage erteilte er populistischen Kräften. „Mit Protest kann ich Stimmung und Action machen, aber keine Zukunft“. Ebenso forderte er Bereitschaft der Flüchtlinge Teil der Gesellschaft werden zu wollen. „Wer sich hier wirklich integrieren will, dem helfe ich von Herzen gerne dabei, aber nur, wenn er unsere Regeln akzeptiert“.

Bürgermeisterkandidat Ingo Kalweit sprach die Themen Bischofsheims an. Beginnend mit dem Haushalt, der ohne Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich von beinahe einer Million Euro weit weniger gut aussähe, über die finanzpolitischen Fehler der Vergangenheit, wie die Ablehnung des Schutzschildes, die eine schwere Aufgabe für künftige Jahre darstellen. Seine Motivation anzutreten begründete er damit, dass ihm Bischofsheim mehr, als am Herzen läge. „Hier, wo ich seit meiner Geburt lebe, bin ich zuhause und fühle mich daheim“.

Unter dem Schlagwort „Kalweit kümmert sich“ kündigte er Veranstaltungen zur Verbesserung der Situation in der Böcklersiedlung und zum Bahnlärm an. Er lobte die Vereine als „Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“ und betonte, im Falle seiner Wahl werde er einen neuen Vorstoß für einen gemeinsam zu nutzenden Kunstrasenplatz unternehmen. Die Arbeit der freiwilligen Flüchtlingshilfe sei großartig. Diese hätte spontan ein engmaschiges Netz freiwilliger Helfer geknüpft, um die Ankommenden in die Gemeinschaft einzubinden. Sein Amtsverständnis beschrieb er als ein Miteinander aller Beteiligten, bei dem frühzeitig Herausforderungen diskutiert und Lösungen kommuniziert werden würden.

Eltern und Erziehungspersonal dankte er für ihre Bereitschaft, die Situation in der Kita Parkweg, die wegen unzureichender Bauplanung geschlossen werden musste, aufzufangen. „Ohne Ihren Einsatz wäre das alles nicht gegangen“! Er erneuerte seine Kritik am Wirtschaftsförderer. Dessen Arbeit sei in der Gemeindevertretung nicht vorgestellt worden und die Zahlen sähen nicht gut aus. Andere Kommunen hätten bei vergleichsweise geringeren Kosten weit höhere Gewerbesteuereinnahmen und die zahlreichen geschlossenen Geschäfte vermittelten kein gutes Bild. „In der Zeitung war zu lesen, dass er erst ab 2015 als Ansprechpartner zur Verfügung gestanden habe. Eingestellt wurde er aber 2013. Ich finde, dass da schon die Frage erlaubt sein muss, was er in den ersten beiden Jahren getan hat“, erinnerte Kalweit. Nach dem, was er sehen könne, bliebe ihm nur der Schluss, dass die Arbeit nicht gut gemacht worden sei und also in dieser Form nicht fortgesetzt werden dürfe. Für die Zukunft plane er die Entwicklung eines Verwaltungsmitarbeiters für die Förderung, um diese langfristig auf stabile Füße zu stellen. Seinen eigenen wirtschaftspolitischen Sachverstand begründete er aus der Tätigkeit in der Leitungsebene eines mittelständischen Unternehmens. Er wisse aufgrund dieser, wie Wirtschaft ticke.

Verbunden mit seinen Neujahrswünschen für die Gäste verknüpfte er die für die Gemeinde. „Geben Sie mir am 19. März Ihre Stimme. Tragen Sie bei zu Bischems Glück und Erfolg. Sorgen wir gemeinsam für Bischems Zukunft!