Neujahrsempfang 2010

Mahnende Worte zum Neuen Jahr

Beim Neujahrsempfang der CDU Bischofsheim gab der Hauptredner des Abends, der Bundespostminister a.D. und ehemalige Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Bosnien und Herzegowina, Prof. Dr. Christian Schwarz-Schilling einen lebendigen Überblick über die Außenpolitik Deutschlands in den letzten 60 Jahren.

Schwarz-Schilling erläuterte verständlich und eingängig, wieso die Etablierung demokratischer Strukturen in vielen Teilen der Welt sehr schwierig ist und inwieweit Deutschland und Europa hier in der Pflicht sind. Er betonte mehrfach, wie wichtig es ist, dass in entscheidenden Momenten der Geschichte die richtigen Entscheidungsträger am Ruder sind. Als positives Beispiel hierfür nannte er Helmut Schmidt beim Nato-Doppelbeschluss. Als ausgewiesen schlechtes Beispiel für besonnene Politik führte er den Suez-Krieg an, der die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit vom Ungarnaufstand 1956 ablenkte und so das Einschreiten der Roten Armee erst ermöglichte.

Gegenwärtig, so Schwarz-Schilling, erzürne ihn besonders das Vorgehen der Ausländerbehörden mit den Sinti und Roma. Dies zeuge von einer völligen „ Geschichtsblindheit “. „ Diese Menschen sind ebenso vor Verfolgung aus ihrer Heimat geflohen, wie seinerzeit die Juden aus Deutschland. Man stelle sich mal vor, diese wären nach dem Zweiten Weltkrieg gezwungen worden, zurückzukehren. Genau dies verlangen die deutschen Ausländerbehörden nun und ignorieren dabei die verständliche Traumatisierung und Angst dieser Menschen, ebenso wie die Tatsache, dass sie keinerlei Existenzgrundlage in ihrer Heimat vorfinden “, fand er mahnende Worte.

Er leitete aus dieser Betrachtung den Aufruf ab, bereits Kommunalpolitiker sollten sich stets ihrer moralischen Verantwortung bewusst seien und entsprechend handeln.

Im Anschluss erhielt noch die Landratskandidatin Ursula Kraft die Gelegenheit sich zu präsentieren und für ihre Wahl am 07. Februar zu werben. Sie kündigte an, durch Synergieeffekte und das Ausloten weiterer Einsparpotentiale den Kreis Groß-Gerau in eine gute Zukunft führen zu wollen und ihn als Wirtschaftsstandort zu stärken.